Prozess gegen vermeintliche Fußspuren-Aktivist/-innen

Im April 2011 sorgten durch die Stadt führende weiße Fußspuren für Aufmerksamkeit (wir dokumentierten das hier). Orte der Prekarität, ansonsten schön hinter Glasfassaden verborgen, wurden damit verbunden: das Arbeitsamt, Leiharbeitsfirmen, die Universität, eine Filiale der Friseur Masson AG. Jeder Ort erhielt zudem eine kleine Statue und die am Stadtrundgang „Unsichtbares sichtbar machen“ des Bündnisses „industrielle ReserveArmee“ Teilnehmenden zudem noch einige weitere Informationen dazu.

Die Aktion wurde nicht von allen interessiert aufgenommen. Lokale Gewerbetreibende beschwerten sich, wohl aus Sorge, selbst einmal in den Fokus zu geraten. Und der Oberbürgermeister ließ es sich nicht nehmen, sicherheitshalber einen Strafantrag zu stellen, war doch das Ansehen der Stadt gefährdet, ein Ort der freien Entfaltung, Toleranz und des Wohlstandes für alle – kurz: eine Leuchtturmstadt – zu sein.

Nun steht der Prozess im Januar an. Die Angeklagten benötigen Solidarität, die Solidaritätsarbeit Geld und die Verhandlungen Öffentlichkeit, um das Spiel nicht mitzuspielen, hier gänge es nur um eine Straftat und nicht um einen politischen Prozess.

Prozesstermine: 22. und (evtl.) 29. Januar 2013, jeweils 10.00 Uhr im Amtsgericht Jena, Sitzungssaal 8
Infos: ira.blogsport.de