In eigener Sache II

Thomas Beier bekommt, so nehmen wir an, sein Geld von der WAZ-Gruppe. Die machen die Zeitungsgruppe Thüringen und die wiederum macht Zeitungen, in Jena die Thüringer Landeszeitung und die Ostthüringer Zeitung. Der Lokalteil ist in der Regel einfach kopiert, allein der Satz der Zeitung unterscheidet sich – wegen der verschiedenen Werbekunden.
Thomas Beier ist wohl recht angesehen in dem Überbleibsel der beiden Redaktionen, die nach den Kürzungen in der Medienlandschaft noch arbeitet. Arbeiten darf. Denn wenn Thomas Beier keine Nachrichten hat, dann macht er welche. Und darf das dann zu einem Drei- bzw. Vierspalter verarbeiten (siehe Artikel im vorangegangenen Beitrag).
Thomas Beier ist das, was man wohl heute (!) einen „investigativen Journalisten“ nennt. Er fragt nach, er stellt Vermutungen an. Schreibt er über jenarbeit, spricht er selbstverständlich mit dem Werkleiter. Will er etwas Juristisches wissen, fragt er beim KSJ nach.
Hat er niemanden zum Fragen, dann vermutet er (5. Mai 2011, OTZ und TLZ text-, bild- und autorengleich, folgende Zitate e.d.).

Vermutlich am 4. Mai setzte sich Thomas Beier an den PC und machte Nachrichten. Er las unseren Blog, folgte einigen Links und kam dann zu folgendem Schluß… äh, pardon, zu folgenden Vermutungen:

  • Die Spur der Unsichtbares Sichtbar gemacht-Aktivistinnen könnte die Polizei zu den Verursachern der Farbanschläge gegen die Arge und jenarbeit führen. Die Erklärung dazu hatten wir verlinkt.
  • Aus unserer Veröffentlichung der Pressemitteilung zu der Aktion wird flugs ein „bekannten sich“, was die ganze Sache irgendwie anrüchig erscheinen lassen soll. Geht man so mit Pressemitteilung um? Wir jedenfalls nicht (aber wir kriegen auch kein Geld und schon gar nicht von der WAZ-Gruppe).
  • „Völlig offen ist im Moment, ob auch der ‚Gift‘-Anschlag vom Gründonnerstag eine Tat ’sozialer Kräfte‘ oder von ‚Linksunten‘ ist.“ Nun ist Linksunten ein Nachrichtenportal; sollte er uns gemeint haben, wir heißen „Kommando Sozial-Kräfte“. Das „Gift“ war, wie sich recht schnell im Labor herausstellte, schlichtes Mehl und ein Anschlag war es nicht, weil nichts passiert ist. Aber „Mehl-Attentat“ hätte ja eventuell jemanden an das „Pudding-Attentat“ vor knapp einem halben Jahrhundert erinnert und zum Lachen angeregt. Aber Thomas Beier nimmt seinen Auftrag ernst und Humor würde dem nicht gerecht werden.

Dazu erklären wir: Solch ein „Journalist“ gehört nicht in die Provinz, wo er versauert, sondern zur Konkurrenz der BILD, die sich nicht von ungefähr nicht mehr Zeitung nennen darf. Der Versuch, mit lausiger Recherche Text zwischen Anzeigen zu plazieren, dürfte dort leichter fallen: Man braucht weniger Worte.
Sollte zwischen den Anzeigen mal wieder zu viel Platz sein und der Weg zur Konkurrenz mit den vier großen Buchstaben noch nicht beschritten, bieten wir Hilfe an. Zum Beispiel:

  • „Die Überprüfung der Dissertationen hochrangiger Politiker könnte auch in Jena ein Nachspiel haben. Völlig offen ist, ob die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Arbeit des Jenaer Oberbürgermeisters auf Urheberrechtsverletzungen prüfen lässt.“
  • Bislang unklar ist, ob das [KSK]-Jena an der extraterritorialen Ausschaltung des bekanntesten Terroristen in Pakistan beteiligt war. Für den Tattag konnte keine Aktualisierung auf dem Blog festgestellt werden. Die Pakistanischen Behörden ermitteln zur Zeit, wie der Angriff auf den Top-Terroristen ablief.“