Lust auf Arbeitszwang? – jenarbeit sagt ja

Was lange zu erwarten war, wird jetzt in der Bundespolitik diskutiert: Langzeitsarbeitslose sollen nach Vorstellungen der Arbeitsministerin von der Leyen zum Zwangsdienst verpflichtet werden. In die Versicherungssysteme, etwa die Arbeitslosenversicherung, sollen dabei keine Beiträge abgeführt werden, was umgekehrt dann auch bedeutet, im Anschluß kein Anrecht auf (miserables) ALG I zu haben. Vielmehr soll damit der Druck erhöht werden, lausige Jobs auf 400-Euro-Basis anzunehmen, damit man wenigstens dem größeren Übel entgeht.
Allerdings könnte sich die Geschichte auch als Schuß ins Knie erweisen, denn bei 900 Euro im Monat für 30 Stunden pro Woche liegt der Stundenlohn bei 7,50 € und ist damit mehr als doppelt so hoch wie der einer durchschnittlichen Thüringer Friseurin und um 1,40 € höher als der Lohn vieler Menschen im sogenannten „Sicherheitsgewerbe“.

Laut Bundesarbeitsministerium haben schon mehr als 100 ALG II-Elendsverwalter Interesse an dem Modell angemeldet. Unter ihnen befindet sich auch das Jenaer Modell „Jenarbeit“. Das wäre eine gute Gelegenheit, schon jetzt klar zu machen, dass sie auf solche Projekte bitte verzichten mögen – oder schon mal Notfallpläne entwickeln.